22.02.10.
Sehr geehrte Zuchtfreunde,
die "Zuchttierbestandserfassung“, wie wir sie immer genannt haben, ist anlässlich der Eröffnung der Nationalen in Dortmund offiziell vorgestellt worden. Nunmehr, nachdem sei vom Bundesministerium in Auftrag gegeben war und auch bezahlt worden ist heißt sie "Erhebung von Populationsdaten tiergenetischer Ressourcen in Deutschland: Geflügel“. Damit ist aber nicht nur eine Namensänderung verbunden, sondern wesentlich mehr. Und ich weiß nicht, ob das allen so bewusst geworden ist.
Deshalb möchte ich auf einige meines Erachtens wesentliche Punkte noch einmal nachdrücklich hinweisen.
Erstens hat sich die Bundesregierung erstmals zu ihrer Verantwortung zur Erhaltung tiergenetischer Ressourcen, das heißt im Klartext zu Rassenvielfalt und deren Erhaltung, im Bereich Geflügel bekannt. Für alle Großtierarten liegt so etwas längst vor, aber für Geflügel war es überfällig.
Zweitens hat die durchführende Behörde, die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung schon im Vorfeld bei der Vertragsgestaltung für dieses Projekt anerkannt, dass der BDRG die einzige Institution ist, die über die Möglichkeit einer so flächendeckenden Erhebung verfügt. Das schließt nicht aus, dass andere Verbände, wie in diesem Fall die GEH, partiell an einer solchen Erhebung beteiligt werden, um das Gesamtbild noch weiter zu vervollständigen.
Drittens hat sich gezeigt, dass auch gegenüber den Bundesbehörden eine Zusammenarbeit mit anderen Verbänden, wie hier der GEH, sich positiv auswirkt. Das verstärkt uns in dem Anliegen, mit möglichst vielen gemeinsam aufzutreten, zum Beispiel in anderen Angelegenheiten (Ringe u.ä.) mit den Vogelzuchtverbänden.
Viertens hat sich trotz mancher anfänglich gezeigten Skepsis gezeigt, dass der größte Teil unserer Züchterschaft konstruktiv mitgearbeitet hat. Wir haben nichts zu verbergen! Unsere Bestände sind ohnehin meldepflichtig und damit registriert – Datenschutzbedenken sind hier fehl am Platze.
Das ganze mündet in der Feststellung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, die uns unter dem Datum 25. Januar 2010 mitgeteilt worden ist: “Das BMELV hat sich angesichts der Struktur der Rassegeflügelzucht sehr positiv über den Erfassungsgrad geäußert. Der Fachreferent spricht hier von einer beachtlichen Leistung.“
Der Dank gilt allen, die zu dieser Leistung beigetragen haben: natürlich der Züchterschaft und den Verantwortlichen in den Vereinen, Kreis- und Landesverbänden, der Firma Baier für die Technik-Unterstützung und der Geschäftsstelle des BDRG für die Federführung.
Ich gehe davon aus, dass dies nicht das letzte Projekt der Zusammenarbeit war, denn es kommt ja nicht nur auf die statistische Erfassung der Bestände an, sondern auch auf Maßnahmen zur Erhaltung der Rassenvielfalt.
Wir bleiben jedenfalls am Ball!
Mit freundlichen Grüßen
Wilhelm Riebniger
Präsident