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Industrievogelgrippe in Kleve

05.04.09.


Schon wieder wurde ein Bestand von Industrieputen, jetzt in Kleve (NRW), gekeult. Einige der 17.000 Tiere haben wohl einen leicht erkälteten Eindruck gemacht (RP-online). Im Umkreis wurden 70 Hühner und Gänse von Hobbyzüchtern "vorsorglich gekeult".

Wenn Anfang der Woche die Untersuchungsergebnisse des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) vorliegen, soll über weitere sogenannte Vorsorgemaßnahmen entschieden werden. Sollte das FLI auch nur einen Hauch des zartesten HxNy ahnen, dann wird wieder Haus- und Rassegeflügel unter dem Industriegeflügel leiden müssen: Dauerhaft für Hühner, Gänse und Enten. Das gefällt der Geflügelindustrie. Wenn es zu 100 % nach ihr ginge, und nicht nur zu 98,5 %, dann gäbe es Geflügel nur in geschlossenen Ställen. Am liebsten wohl auch die Wildvögel. Dann hätte die Geflügelindustrie allerdings ein Problem. Bisher ist es sehr bequem, Wildvögeln die Schuld in die Schuhe zu schieben und das Hobbygeflügel als potentielle Gefahr gleich mit in Sippenhaft zu nehmen. Das erspart das Nachdenken über Eintragungswege, Haltungsbedingungen und Zuchtauswahl.

Die Industrievogelgrippe ist eine Seuche der Geflügelindustrie. Immer wieder ist Industriegeflügel betroffen, wie jetzt in Kleve oder im letzten Dezember in und um Cloppenburg, wo über 500.000 Puten gekeult wurden, oder im Jahr 2007 beim britischen Agrarkonzern Bernard Matthews. Nie gab es Hinweise, dass Wildvögel, Haus- oder Rassegeflügel auch nur entfernt etwas mit dem Eintrag der Krankheitserreger in die Industriebestände zu tun haben könnten. Dieser Verdacht geistert nur in den Köpfen von Industriegeflüglern und den ihnen nahe stehenden Wissenschaftlern; die aber haben die Lufthoheit über die herrschende Meinung. Das Keulen von Kleinstbeständen in der Umgebung eines betroffenen Geflügelindustriebetriebes und ein flächendeckendes Aufstallen suggeriert Entschlossenheit und zielgerichtetes Austrockenen von Ausbreitungswegen, bleibt aber Blendwerk, denn der nächste oder übernächste Industriegeflügelbetrieb kratzt schon in den Startlöchern; und dann heißt es in normalerweise industriegeflügelten Kreisen: "Wildvögel und Hobbyhaltungen". Also die selbe Prozedur wie beim letzten Mal.

06.04.09

Wie ich mich doch irren kann. Das FLI bestätigt heute, dass es sich um den Subtyp H7 handelt, aber es gibt keine Sperr- und Beobachtungszonen, keine Aufstallpflicht, keine Handelsbeschränkungen für die Geflügelindustrie.

 

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