28.12.08.
Allüberall auf den Tannenspitzen
sah ich Grippevögel sitzen

Rechtzeitig vor Weihnachten ist die keulungsfreie Zeit endlich vorbei und es wird gekeult, was die mobile Tötungsmaschinerie hergibt. Hier ein paar 10.000 Puten, dort nicht viel weniger. Auf Verdacht, sie könnten vielleicht ein ganz zartes Virus tragen. Klinisch unauffällig, aber hochgefährlich: man kann nicht ausschließen, dass sich aus diesem zarten Virus ein auch für den Menschen gefährliches HxNy entwickelt. Ein Augenblick der leichten Unaufmerksamkeit scheint auszureichen, den das zarte Virus boshaft nutzt, um sich zum übelsten Pandemiegespenst zu verwandeln. Zack, da ist es. Wie der berühmte Sack Reis, der in China umfällt und bei dem man nicht ausschließen kann, dass er weltweit eine Serie von schwersten Erdbeben auslöst.
"Man kann nicht ausschließen, dass [...]".
Also wird gekeult.
"Man kann nicht ausschließen, dass [...]".
Also wird das Hobbygeflügel in Dauerhaft genommen.
"Man kann nicht ausschließen, dass [...]".
Also werden Ausstellungen verboten.
Und überhaupt die Wildvögel.
"Man kann nicht ausschließen, dass [...]".
Liebe Pandemiker und Amtsseuchler, wer glaubt Euch denn noch? Außer vielleicht die anderen Pandemiker und Amtsseuchler und evtl. der eine oder andere Politiker? Bei allen anderen ist Euer Vermittlungsproblem doch so groß, dass man nicht ausschließen kann, Euer Hauptziel sei es, Euch der Lächerlichkeit preiszugeben. Wenn ein Karl-Wilhelm Paschertz, Dr. und Leiter des Veterinäramtes des Landkreises Cloppenburg, bemüht ist, "vor das Virus zu kommen" (PM vom 17.12.2008), ist es nur konsequent, nicht allein auf Verdacht zu keulen, wie es bisher geschehen ist, sondern auch alle Bestände zu töten, bei denen man nicht ausschließen kann, dass sie in absehbarer oder unabsehbarer Zeit Verdachtsfälle werden könnten.
Na dann, liebe Pandemiker und Amtsseuchler, keult, was die mobile Tötungsmaschinerie hergibt.
Auf ein erfolgreiches Neues Jahr 2009.
Geoch Clasbrummel